E-Books schreiben und vermarkten neben Beruf und Familie

EBF Keynote.001Der 25.06.2016 war ein Tag der Premieren:

Das ganze Event kann auf voicerepublic nachgehört werden. Leider gab es davon keine Videoaufzeichnung. Stattdessen kannst du im Folgenden die Folien unserer Präsentation zusammen mit ein paar Erläuterungen dazu genießen. Wenn du im Hintergrund die Audioaufzeichnung laufen lässt, ist es fast so, als wärest du dabei gewesen. 🙂

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Axel beginnt die Lesung mit dem ersten Kapitel aus seinem Hard-Boiled-Berlin-Thriller »Asphalt«, dem ersten Fall für Julia Wagner, seinem Debüt-Roman.

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Wie bereits erwähnt liest Marcus im Anschluss aus »Tödliche Wahrheit«, dem zweiten Kelltin-Roman mit Patricia Bloch. Eine absolute Premiere, denn das Publikum des Workshops bekommt als allererstes überhaupt etwas aus dem neuen Roman präsentiert.

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Im Anschluss geben wir einen Überblick darüber, was wir so treiben. Denn wir sind nicht nur Autoren, sondern auch Ehemänner und Familienväter mit einem Beruf neben dem Schreiben und zudem noch als Die SchreibDilettanten im Netz, auf Messen – und seit neuestem auch als Workshopper unterwegs.

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Aber was genau sind Die SchreibDilettanten? Eine sehr gute Frage (wie Axel sagen würde …), die wir uns auch im Vorfeld gestellt haben …

Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir ein YouTube-Channel und Podcast sind, der möglichst lustig und unterhaltsam alle Aspekte des Autorenlebens genauer beleuchtet. Wobei wir es wichtig finden, darauf hinzuweisen, dass wir uns halt der Spannungs- und Unterhaltungsliteratur verschrieben haben. Deswegen werden wir es wohl nie auf die Seiten der FAZ schaffen (worüber wir aber auch höchstens ein ganz kleines bisschen traurig sind).

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Zu unserem eigenen Erstaunen haben wir festgestellt, dass es uns inzwischen als SchreibDilettanten bereits seit 2012 gibt. Seitdem erscheint jede Woche mindestens eine reguläre Folge – und nicht selten zusätzlich dazu eine Sonderausgabe oder ein Artikel auf unserem Blog usw.

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Apropos Blog: Von den SchreibDilettanten gibt es nicht nur eine eigene Homepage, sondern natürlich auch den YouTube-Channel. Außerdem sind wir auf Facebook und Twitter aktiv. Und ja, es gibt uns auch auf google+ …

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Aber wozu das Ganze?

2011 haben wir uns gefragt, wie wir das große weltweite Netz benutzen könnten, um auf unser Autorendasein aufmerksam zu machen. Außerdem sind wir beide große Fans des amerikanischen Schreibpodcasts Writing Excuses. Ta-da: Die Idee zu einem eigenen Podcast rund ums Schreiben war geboren.

Natürlich gibt es darüber hinaus handfeste Gründe, sich so was ans Bein zu binden: ein eigener Podcast und Youtube-Channel erhöhen die Sichtbarkeit im Netz durch mehr Webpräsenz und man lernt auf diese Weise viele nette und interessante Menschen kennen und kann den Kontakt mit ihnen halten.

Aber vor allem machen uns die SchreibDilettanten …

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Das Autorendasein ist ja nicht immer ein Zuckerschlecken. Deswegen wollen wir uns darauf fokussieren, nicht nur die lehrreichen, sondern auch die lustigen Aspekte des Schreibens aus ihrem Alltag zu betonen, um somit sich und andere zu motivieren.

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Doch vom Spaß alleine entsteht noch kein Roman und auch kein YouTube-Channel. Wie bekommt man so zeitaufwändige Dinge wie das Schreiben, Publizieren und Vermarkten von Romanen, das Bloggen, die Social-Media-Aktivitäten, die SchreibDilettaten – und auch noch Job, Familie und was so alles zum Leben dazugehört unter einen Hut?

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Unsere Antwort darauf: Neben Arbeitsroutinen und handwerklichem Know-How übers Schreiben, das einem viel Zeit sparen kann, ist es vor allem wichtig, nicht zu perfektionistisch an alle Aufgaben heranzugehen (der YouTube-Channel heißt nicht umsonst »Die SchreibDilettanten«).

Wichtig ist aber auch die Arbeit im Team. Der richtige Partner nimmt einem viel Arbeit ab, motiviert und tröstet auch in schweren Stunden und hilft somit über so manches Motivationstief hinweg, bei dem Alleinkämpfer den Kram schon hinschmeißen. Und damit meinen wie nicht nur, dass wir uns gegenseitig unterstützen, sondern auch unseren Verlag Midnight.

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Nicht zufällig haben wir unseren Weg zu Midnight by Ullstein gefunden. Der E-Book-Verlag ist für Autoren wie uns ein sinnvoller und unterstützender Partner, der sie flexibel und partnerschaftlich zur Seite steht.

Wichtig ist hier vor allem, dass ein E-Book-Only-Verlag einen ähnlichen Zugang zu sozialen Medien wählt, wie wir es tun, so dass viele Synergieeffekte entstehen.

Interessant ist aber ein Label wie Midnight für uns auch, weil im Medium E-Book Genres verlegt werden, denen auf dem Mainstream-Markt zur Zeit keine großen Chancen eingeräumt werden. Und da „Asphalt“ ein P.I.-Roman ist, ein Subgenre das innerhalb der Kriminalliteratur zur Zeit als tot gilt, und die Kelltin-Romane paranormale Thriller sind, die es gerade auch nicht leicht haben, ein großes Publikum zu finden, ist ein Imprint wie Midnight, das mit Ullstein einen großen Publikumsverlag im Rücken hat, ein idealer Partner.

Die SchreibDilettanten als Podcast von der Electric-Book-Fair 2016

Axel und Marcus als Die SchreibDilettanten auf der E-Book-Fair 2016Wer am Samstag, den 25.06.2016 nicht dabei sein konnte, als wir auf der E-Book-Fair in Berlin im Rahmen des 48-Stunden-Neukölln-Kunstfestivals einen Workshop gehalten haben, kann sich unsere Lesung und Präsentation von nun an auf Voice Republic anhören und/oder herunterladen.

Hier geht’s zum Stream und Download: https://voicerepublic.com/talks/podcastlesung-e-books-schreiben-und-vermarkten-neben-beruf-und-familie

Liebster-Award: Die SchreibDilettanten wurden nominiert!

liebsterawardUnsere Ullstein-Kollegin Verena Wagenpfeil hat uns für den Liebster-Award nominiert, worüber wir uns sehr freuen. Vielen Dank, Verena.

Hier ihre Fragen und unsere Antworten:

Welches ist Dein persönlich liebster Artikel auf Deinem Blog?

Unsere Lieblingsfolgen sind prinzipiell unsere Brainstorming-Folgen. Wir arbeiten einfach am liebsten auf diese Weise zusammen. Außerdem schauen wir selbst anderen Autoren über die Schulter. Deswegen lassen wir auch gerne über unsere Schultern schauen.

Weitere Highlights sind für uns stets unsere Jubiläumsfolgen. Da sind wir schlichtweg stolz, 50, 100 und zuletzt 200 Folgen gemacht zu haben.

In Wirklichkeit haben wir viel mehr Folgen, weil wir noch so viele Specials aufgenommen haben. Aber das ist ein anderes Thema … 😉

Einen ganz besonderen Platz in unseren Herzen wird wohl immer unsere Lauffolge haben. Sie war einfach sehr skurril und wir nehmen gerne draußen auf. Leider ist das nicht so ganz einfach, weswegen wir es nicht häufiger machen können. Was wiederum auch ganz gut ist, so bleiben diese Folgen was Besonderes.

Welcher Blogbeitrag hat Dich bei anderen am meisten unterhalten, beeindruckt oder nachdenklich gemacht?

Uh, schwer zu sagen. Wir lesen viel und vergessen noch mehr. Prinzipiell schätzen wir sehr die Blogbeiträge unserer Kollegen Richard Norden und Stefan Waldscheidt. Außerdem lieben wir natürlich die Selfpublihser-Bibel. Und wir sind Writing-Excuses-Fanboys.

Jetzt haben wir bestimmt jemanden vergessen, der ganz fürchterlich sauer auf uns ist.

Wenn Du eine Sache an Dir ändern könntest, welche wäre das?

Wir würden weniger „Ähs“ in unsere Folgen haben und strukturierter sprechen.

Wen würdest Du gerne mal persönlich kennenlernen?

Schwer zu sagen. Viele haben wir ja schon persönlich kennengelernt. Viele werden wir wohl noch kennenlernen. Wir freuen uns immer darüber, Zuhörer, Zuschauer und Kollegen zu treffen.

Und wen willst Du auf gar keinen Fall kennen lernen?

Noch schwerer zu sagen. Wir kennen die Leute ja nicht …

Was sammelst Du?

Ideen für neue Folgen. Und am liebsten gute Rezensionen unserer Bücher.

In welcher Sonderkategorie bei „Stadt, Land, Fluss“ wärst Du Experte?

Wahrscheinlich TV-Serien (seufz …).

Wie bist Du auf Deinen Blognamen gekommen? Welche Alternativen sind rausgeflogen?

Tatsächlich haben wir recht lange an dem Titel gebastelt. An die vielen Alternativen können wir uns nicht mehr erinnern. Das ist ja nun schon ganz schön lange her.

Die SchreibExperten ist sehr schnell rausgeflogen. 😉

Worüber kannst Du lachen?

Wir lachen ziemlich viel übereinander, versuchen das aber lieber auf den Anfang und das Ende einer Aufnahme zu konzentrieren, damit wir das rausschneiden können. Manchmal scheitern wir dabei.

Welcher ist Dein liebster Film-/Roman-/Wo-auch-immer-Bösewicht und warum?

Sehr schwierig zu beantworten. Wahrscheinlich Darth Vader. Hannibal Lecter ist allerdings auch cool.

Was wolltest Du schon immer mal im Internet über Dich lesen?

»… der zehnte Platz eins auf der SPIEGEL-Bestsellerliste in Folge …«

Da wir bereits einzeln schon einmal für den Liebster-Award nominiert waren, haben wir leider schon alle möglichen Adressen zum Weiterreichen des Award ausgeschöpft. Deswegen endet die Kette hier bei uns.

Tödliche Gedanken – Hörprobe

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Wir präsentieren euch hier eine Audiohörprobe von Marcus‘ am Freitag, den 11.09.2015,  erscheinenden Roman Tödliche Gedanken. Gelesen von Axel.

Es handelt sich bei dem Ausschnitt um den Beginn des vierten Kapitels. Die Hörprobe schließt direkt an die Leseprobe, die es auf vorablesen.de gibt, an. Wer also schon vorab wissen will, wie es weitergeht, bekommt hier die einmalige Gelegenheit dazu.

Du kannst Tödliche Gedanken auch schon vorbestellen:

Noch mehr Informationen rund um Tödliche Gedanken gibt es auf

www.marcus-johanus.de

und natürlich auf

www.midnight.ullstein.de

Die Musik, die du in der Hörprobe hörst, ist natürlich wieder von Erdenstern und bereits bekannt aus dem Buchtrailer. Schau auf Erdensterns Website für noch mehr zauberhafte Musik vorbei: www.erdenstern.com

Die SchreibDilettanten auf Exkursion: Die Frankfurter Buchmesse 2012

Erneut haben wir uns aus unseren heimeligen vier Wänden in die große weite Welt hinausgewagt und uns in die heiligen (und vor allem vielen!) Hallen der Frankfurter Buchmesse begeben. Natürlich haben wir auf unsere Expedition in die Welt der Verlage, Agenturen und Autoren unser Mikrofon mitgenommen. Aber eins nach dem anderen.

Die Anfahrt zur Messe war brutal. Vor allem Marcus musste unter der unmenschlichen Zeit leiden und sich Freitagmorgen um 1 Uhr aus dem Bett quälen, um rechtzeitig zum ersten Interviewtermin um 10 Uhr in Frankfurt sein zu können. Berlin ist doch ein Stückchen weiter weg von Frankfurt und Autobahnen können ein tückisches Pflaster sein, weswegen der übervorsichtige Axel darauf bestand, so früh wie möglich loszufahren. Noch früher war einfach nicht möglich …

Die Fahrt war reibungslos. Tatsächlich gelang es Marcus sogar, gelegentlich eine Mütze Schlaf abzugreifen, so dass wir halbwegs ausgeruht aus der Ferne die eindrucksvolle Frankfurter Skyline in der Morgenröte auf uns zukommen lassen konnten.

Die Restmüdigkeit wurde schnell vertrieben, während wir uns in Frankfurt zurechtfummelten, um die Messe zu finden. Wir staunten nicht schlecht, wie groß das Messegelände ist, aber kaum hatten wir unsere Presseausweise gezückt, wurden wir professionell und souverän durch das Wirrwarr aus Parkhäusern und Messehallen hindurchgelotst.

Die Unausgeschlafenheit war Schuld daran, dass wir zunächst durch die International-Publishers-Halle irrten, uns auf Waffen und andere potenzielle Anschlagsobjekte von Männern mit fragwürdigem Englisch und kalten Händen durchsuchen ließen, um dann schließlich einem Messemitarbeiter den Heyne-Verlag zu buchstabieren, so dass er uns den Weg zu der richtigen Halle zeigen konnte.

Endgültig wach waren wir dann, nachdem wir endlich die Halle 3 betraten, wo sofort deutlich wurde, dass wir uns im Herzen der Messe und am Ziel unserer morgendlichen Odyssee befanden. Alle großen oder auch kleineren Verlage waren hier mit eindrucksvollen Ständen vertreten. Staunend taumelten wir zwischen Kamerateams, riesigen Aufstellen, Plakaten, massen von Büchern und Verlagsmitarbeitern.

Doch zum Schlendern blieb uns keine Zeit. Immerhin waren wir mit einer Mission hier. Und die lautete (zunächst), Christoph Hardebusch zu interviewen.

In gewohnt professioneller Weise schafften wir es auch, Christoph am Heyne-Stand zu identifizieren, zu erkennen, dass er gerade ziemlich beschäftigt war, und uns schnell wieder zu verziehen. Immerhin waren wir dank Axels pathologischer Furcht vor Verspätungen fast eine Stunde zu früh und bekamen so die Gelegenheit, uns nochmals intensiv auf das Interview vorzubereiten (soll heißen: Brainstorming mit Papier, Stift und iPad, Recherche per iPhone, gekritzelte Stichpunkte und Fragen, mit denen wir investigativ und knallhart Christoph aus der Reserve locken würden).

Als dann der Termin angerückt war, stellte sich als schwierigstes Unterfangen die Suche nach einem halbwegs ruhigen Plätzchen heraus. Wir entschlossen uns für die gemütliche Couch. Nicht ruhig, aber gemütlich.

So nahmen wir Christoph in unsere Mitte und ließen uns von seiner entwaffnenden Freundlichkeit einnehmen. Dahin war unser Fragenkatalog und journalistischer Anspruch. Hallo, Fanboys, die schließlich an seinen Lippen hingen und begeistert davon waren, dass Christoph nicht nur ein netter Typ von nebenan, sondern auch noch passionierter Rollenspieler ist wie wir.

Christoph nahm sich viel Zeit, sich unseren Fragen zu stellen und loungte sogar im Anschluss ans Interview noch eine Weile mit uns auf dem Sofa herum. Ein Autor zum Anfassen (nein, das ist nicht buchstäblich gemeint, wir haben Christoph nicht begrabbelt, wo denkst du hin …, ts.).

Schon auf dem Weg aus der Halle raus, auf der Suche nach einem halbwegs ruhigen Plätzchen, um erst einmal was zu frühstücken und ein Backup unseres Interviews zu ziehen, begegnete wir unserem nächsten Opfer, äh, Gesprächspartner: Thomas Finn. Tom, wie wir coolen Leute sagen, ließ sich sofort anquatschen, so dass wir ein hochprofessionelles Vorgespräch mit ihm führten, das beinahe länger wurde als das eigentliche Interview, das noch später folgen sollte.

Tom hatte noch zutun, wir wollten Backups, Kaffee und ein Brötchen (und Schlaf, aber daran war nicht zu denken), also gingen wir schnell alle unserer Wege, um uns in einer guten Stunde wieder zu versammeln.

Diesmal waren wir schlauer (glaubten wir wenigstens) und setzten uns mit Tom vor die Halle, denn wir hofften, dass es dort weniger Hintergrundgeräusche geben würde. Eigentlich auch ein kluger Plan, wenn man vom Nieselregen und einer Invasion von Messegästen mit Trolleys absah, die offensichtlich nichts Besseres zu tun hatten, als neben uns mit ratternden Kofferrollen auf dem unebenen Asphalt hin und her zu latschen.

Doch der tatendurstige Tom ließ sich seine gute Laune (von der er so viel im Überfluss hat, das es auch noch locker für uns reichte) nicht verderben und widmete sich engagiert unseren Fragen. Er stand uns lange Rede und Antwort und saß noch länger mit uns im Anschluss zusammen, um über Gott, die Welt und die Welt der Götter in Rollenspielen zu quatschen. Irgendwie bissen wir uns ein wenig am Rollenspielthema in den Nachgesprächen zu Interviews fest. Das kommt halt davon, wenn man Fantasyautoren interviewt und selbst Rollenspieler ist.

Und so versorgte uns Thomas Finn nicht nur mit viel Stoff für unser Interview, er wärmte auch unsere Herzen und gab uns viele wertvolle Tipps, an wen wir uns in Zukunft noch wenden können. Ihr habt’s gehört, liebe Autoren, wenn wir euch demnächst mit dem Mikro zu Leibe rücken – Thomas Finn ist schuld. Wir outen ihn gerne.

Der Nachmittag war bereits fortgeschritten und nach weiterem Schlendern durch die Messehallen beschlossen wir, uns ein wenig Frankfurt anzusehen und die Bäuche vollzuschlagen. Beides gelang uns vorzüglich.  Dann wurde es auch schon Zeit, unsere müden Häupter endlich im Hotel auszuruhen.

Wie zu vermuten war, war am Abend mit uns nach mehr oder weniger zwanzig Stunden, die wir am Stück on the road und auf den Beinen waren, nicht mehr viel los. Die SchreibDilettanten erwiesen sich in einer Hotelbar noch als BillardDilettanten und beschlossen, dann, dass es klüger war, schlafen zu gehen.

Um sechs Uhr morgens schrillte dann erneut der Wecker. Natürlich begannen wir unseren Morgen schreibend (Vorbereitungen zum NaNoWriMo, immerhin ist schon Oktober!) und checkten dann pünktlich um acht Uhr aus dem Hotel wieder aus, um geschwind auf dem Messegelände zu sein.

Wiederum sorgte Axels Tatendrang dafür, dass wir viel zu früh waren und deswegen noch die guten Parkplätze abgreifen konnten. Das erwies sich auch als vorteilhaft, denn so hatten wir genug Zeit, uns erneut im Hallenwirrwarr der Messe zu verlaufen und auf der Suche nach den Literaturagenten im Antiquariat zu landen. War aber schick dort, abgesehen davon, dass uns die nächste Leibesvisitation drohte, die wir nur knapp dank unseres ehrlichen Lächelns abwenden konnten.

So fanden wir doch noch in die richtige Halle und zum richtigen Interviewpartner und trafen uns mit Herrn Roman Hocke, Geschäftsführer der AVA-Autoren- und Verlagsagentur.

Der gediegene Profi sorgte dafür, dass wir uns ausnahmsweise mal zusammenrissen und ganz auf unsere flapsigen Respektlosigkeiten verzichteten. Umso aufschlussreicher wurde das Gespräch mit Herrn Hocke, der uns einen tiefen Einblick hinter die Kulissen und in die Arbeitsweise eines erfahrenen Literaturagenten gab.

Und dann kamen wir auch zum nächsten Hammer-Interview: charmante Gesprächspartnerinnen, tolle Fragen, spektakuläre Antworten. Wir lernten die beiden Köpfinnen der Schmidt & Abrahams Literaturagentur kennen, die uns bereitwillig, freundlich, offen und einnehmend sympathisch viel über sich und ihre Agenturarbeit verrieten. Ein grandioses Interview – das nie ein Mensch zu hören bekommen wird, da unser Aufnahmegerät nach den ersten drei Sekunden des Gesprächs beschloss, die Kooperation einzustellen, ohne uns das mit einem Signal zu verraten.

Leider war es zu spät, um das Interview erneut zu führen. Aber Natalja Schmidt und Julia Abrahams sicherten uns zu, sich unseren Fragen noch einmal schriftlich zu stellen, so dass wir die Essenz dieses traumhaften Interviews noch nachliefern können. Puh. Unser Glück, dass diese Literatur-Menschen alle so nett sind. Das gleicht unsere Unfähigkeit ein wenig aus.

Nachdem wir damit fertig waren, uns die Köpfe an bereitwillig herumstehenden Säulen vor Zorn und Scham blutig zu schlagen, mussten wir auch schnell weiter, um zum abschließenden Interview der Messe zu heitz …, äh, hetzen. Du ahnst es: Kein anderer als Markus Heitz stand auf dem Programm.

Wie immer waren wir viel zu früh da, was aber ausnahmsweise alle Beteiligten ziemlich gut fanden. Markus erwies sich als ebenso spontan wie sympathisch, indem er sich fast sofort von uns interviewen ließ. Nur für einen Keks für zwischendurch musste noch ein wenig Zeit sein.

Dass wir inzwischen schon ein wenig müdeinterviewt waren, glich Markus als Profi mit seiner Vitalität aus, so dass auch dieses Interview ein voller Erfolg wurde. Und obwohl Markus es angerissen hat, mieden wir ausnahmsweise mal das Thema Rollenspiele. Immerhin wollten wir ja über das Autorendasein reden und nicht wieder wie Fanboys dastehen.

Platt aber selig schleppten wir uns zum Auto und rollten schließlich durch einen sonnigen Nachmittag Richtung Heimat, um des nächtens wieder in den Berliner Hafen einzukehren.

Wir können es kaum erwarten, die Interviews zu veröffentlichen. Es warten echte Hammer auf euch. Alle Interviewpartner haben sich eine irre Mühe gegeben, waren freundlich und sehr auskunftsbereit. Wir waren schlichtweg begeistert darüber, wie offen und ausführlich unsere Fragen beantwortet wurden.

Kommenden Samstag, den 20.10.2012, geht es los, von da an gibt es jede Woche samstags ein neues Interview. Ihr dürft gespannt sein. Spitzt eure Bleistifte und markiert euere Kalender. So was dürft ihr nicht verpassen.

Die SchreibDilettanten auf Exkursion: Ullstein Open House

Am Samstagmorgen, den 22.09. verließen wir unser High-Tech-Tonstudio (von uns liebevoll Wohnzimmer genannt) und wagten uns in die weite Welt, soll heißen: nach Berlin-Mitte.

Der Berliner Ullstein-Verlag lud zum Ullstein Open House ein, auf gut Deutsch zu einem Tag der offenen Tür.

Wenn eines der ganz großen Verlagshäuser Deutschlands mehr oder weniger direkt vor der eigenen Haustür sein Pforten öffnet, dürfen Die SchreibDilettanten natürlich nicht fehlen. Zumal sich hochkarätige Autoren angekündigt hatten: Richard Dübell, Marc Raabe, Oliver Pötzsch, Inge Löhnig und Nele Neuhaus.

Um 10 Uhr betraten wir den „Musiksaal“ des Verlagshauses und erlebten die erste Überraschung: Das Verlagsgebäude ist extrem stilvoll (und nicht zu verwechseln mit dem Ullsteinhaus in Tempelhof, zu dem Marcus beinahe gefahren wäre, wenn Axel nicht aufgepasst hätte). Das alte Friedrichsgymnasium, wunderbar renoviert – und überall stapeln sich Bücher bis an die Decke. Ein Arbeitsplatz, um den man die Verlagsmitarbeiter nur beneiden kann, mit einer gleichzeitig klassischen und modernen Atmosphäre. Sehr passend für einen Verlag.

Die zweite Überraschung: Verlagsmitarbeiter sind mindestens genauso stilvoll wie ihr Gebäude. Weniger alt und schon gar nicht renoviert, dafür aber unglaublich nett, offen und gesprächsbereit.

Dies bewiesen die Mitarbeiter zunächst in einer gelungen Präsentation, die die ganze Veranstaltung einleitete. Wir waren schlichtweg erstaunt, wie eloquent, witzig und verständlich die verschiedenen Verlagsmitarbeiter (angefangen von der Chefin höchstpersönlich, bis hin zur Leiterin der Marketingabteilung) Einblicke in ihre jeweiligen Arbeitsfelder und das Gesamtwirken des Verlags geben konnten. Anderthalb Stunden gingen nicht nur schnell rum, sondern waren ausgesprochen aufschlussreich und unterhaltsam.

Nach einer kurzen Verschnaufs- und Frühstückspause begannen die Vorträge der Autoren. Den Anfang machte Oliver Pötzsch, der seine eisernen Regeln zum Gestalten von Figuren und Szenen vortrug. Wer glaubt, dass Autoren, die historische Romane schreiben, langweilig und von gestern sind, besitzt einen Aberglauben. Oliver Pötzsch referierte locker-flockig einmal Romantheorie in 90 Minuten rauf und runter, ohne dass es kompliziert oder abstrakt wurde.

Außerdem war Oliver Pötzsch auch nur allzu bereit ein paar persönliche Einblicke über seinen Schreiballtag und das Leben als Romanautor zu geben. So berichtete er beispielsweise über seine aufwändigen Recherchefahrten und über seinen täglichen Kampf um die notwendige Konzentration und Anstrengung, die das Schreiben mit sich bringt.

Bei Inge Löhning ging es währenddessen knallhart zur Sache: Krimi- und Thrillerautoren standen auf dem Programm. Löhning ist bekannt für ihre „Kommissar Dühnfort“ Reihe. Sie referierte charmant und kenntnisreich über das Thema, das jedem Krimiautor den Angstschweiß auf die Stirn treibt: Recherche, im Gegensatz zu Dübell (s.u.) mit dem Schwerpunkt Krimi.

Wie schafft man es als „Schreibtischtäter“, sich nicht völlig lächerlich zu machen, sobald ein Fachmann, sprich Polizeibeamter, den eigenen Roman in die Finger bekommt? Zum Glück hatte Frau Löhning ein paar erstklassige Ratschläge parat.

Der Verlag ließ sich in der Mittagspause nicht lumpen und spendierte ein aufwändiges Catering in der Verlagskantine, die eher einem gemütlichen Wohnzimmer gleicht. Die SchreibDilettanten hatten das Glück, an einem Tisch zusammen mit einer Verlagsmitarbeiterin und den Autoren zu speisen, durften spannenden Diskussionen lauschen und am Erfahrungsaustausch der Profis teilhaben.

Im Anschluss stand der Vortrag von Nele Neuhaus auf dem Programm. Anders als Pötzsch wandte sie sich nicht der Theorie des Schreibens, sondern ihrer Biografie zu. Neuhaus berichtete über ihren ungewöhnlichen Werdegang vom Self-Publishing-Neuling mit ein paar hundert Büchern unterm Arm, bis hin zu Bestseller-Autorin. Erfrischend, wie locker, bescheiden (trotz Bestseller-Status) und natürlich sie ihre Geschichte rüberbrachte und dabei auch daran dachte, Allgemeingültiges zu formulieren.

Nach Kaffee und Kuchen ging es zu Richard Dübell, der über Recherche referierte und mit zahlreichen Handouts, Vorführungen mittelalterlicher Tracht, haufenweise Anekdoten und Literaturtipps unter Beweis stellte, dass er ein echter Profi ist. Obwohl der Schwerpunkt natürlich auf Geschichtlichem (und hier vor allem Mittelalterlichem) lag, war der Vortrag trotzdem allgemein genug gehalten, um jedem Autor etwas über Recherche zu vermitteln. Dübell zu erleben war ein echtes Ereignis, so energiegeladen, voller Witz und ansteckendem Enthusiasmus war er.

Parallel dazu gab Marc Raabe, der Autor des Spiegel-Online-Taschenbuch-Bestsellers Schnitt, ähnlich wie Pötzsch, seine Erfahrungen zum Aufbau von Szenen und Figuren zum Besten. Besonders bemerkenswert waren hier die Parallelen, die er immer wieder zum Film zog. Ein interessanter Blickwinkel, den er in seiner Filmproduktionsfirma erworben hat.

Zum Ausklang von Ullstein Open House gab es noch Sekt und eine muntere Gesprächsrunde mit allen Beteiligten.

Unterm Strich war Ullstein Open House eine Veranstaltung, die verzaubert hat. Wir haben an diesem Tag viele unglaublich nette und kompetente Menschen kennengelernt und Autoren live erlebt, die nicht nur zu unterhalten wussten, sondern auch ganz ohne Starallüren Showtalent bewiesen. Ein wirklich inspirierender und beflügelnder Tag.

Wir hoffen sehr, dass diese Veranstaltung Schule macht. In Zeiten des Self-Publishing-Booms ist es sehr interessant zu erleben, was Verlage alles leisten können. Nicht nur die Verlagsmitarbeiter, auch die Autoren wussten viel darüber zu erzählen, wie Verlag und Autor gemeinsam die Karriere und die Außenwirkung eines Autors, aber auch die inhaltliche Qualität eines Buches gestalten. Sehr eindrucksvoll.

Sollte es ein ähnliches Event in deiner Nähe geben: hingehen. Die SchreibDilettanten werden es auf jeden Fall tun.