In der 23. Folge ringen sich Marcus Johanus und Axel Hollmann in harter Arbeit Definitionen von Szenen und was ein Kapiteln ab.
Natürlich philosophieren die SchreibDilettanten auch darüber, wieso man überhaupt seinen Roman in Szenen und Kapitel strukturieren sollte und wie man dazu kommt, zu erkennen, wo das eine anfängt und das andere aufhört (oder so …).
Am Ende gibt es praktische Tipps und Anregungen, wie Szenen und Kapitel für den Leser gestaltet werden können: Welche Rolle spielen Konflikte, was mus es noch so geben, damit eine Szene entsteht und wie wird eine Szene für den Leser garnantiert spannend?
Wochentipp: Alexander Steele: “Romane und Kurzgeschichten schreiben”
Links zur Folge:

Eine schöne Folge! Ihr habt Szenen und Kapitel gut erklärt und auf vieles hingewiesen, worauf man achten sollte. Und das alles sehr anschaulich und nützlich.
Ich stimme euch auch zu, was “show, don’t tell” anbelangt und die Spannung in den Szenen, die durch zu viele Beschreibungen, Erklärungen, reine Erzählanteile oder lange Einleitungen häufig leidet. Hauptsächlich, weil das meinen persönlichen Lesepräferenzen entspricht. Ich denke aber, dass das auch ein genrespezifisches Merkmal ist. Einen hohen “Tell-Anteil”, der in den “Romanen des 19. Jahrhunderts” (ich nehme mal euren Ausdruck, der ja sehr gut passt) gang und gäbe war, findet man auch noch in einigen zeitgenössischen Werken der sogenannten Hochliteratur. (Lange) Beschreibungen sind teilweise in den Genres noch verbreitet, die sich klassischerweise der Erschaffung neuer oder fremder Welten widmen, beispielsweise Fantasy. Zumindest die kommerziell erfolgreiche Fantasy bildet zudem ja häufig eine etwas altertümliche Sprache nach – und eben auch einen solchen Stil. Ich denke also, man kann nicht die gesamte Literatur-Spannbreite über einen Kamm scheren. Aber wie gesagt: Ich lese auch lieber die Art Literatur, die eure Tipps beherzigt.
Hallo, Kerstin,
Marcus und ich hatten gestern gerade über “Romananfänge” unterhalten (ups, jetzt habe ich verraten, was in ca. 10 Folgen kommt
) und sind dabei auch noch einmal darauf gekommen, dass es natürlich – genau wie du sagst – erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Genre gibt. Marcus und ich kommen da beide weder aus der Fantasy-Ecke (obwohl wir beide das Genre lieben und seit Jahrzehnten Rollenspieler sind), noch aus der Ecke Historischer Roman o.ä. Ja, viele Leser aus diesen Genres erwarten eine andere Art von Beschreibungen und stören sich da ganz sicher auch nicht, wenn es etwas ausschweifender wird. Sehr, sehr guter Hinweis – Vielleicht werden wir noch einmal eine Folge zu Genres machen, wo wir dann darauf noch einmal eingehen.
Wir haben auch noch gar keinen Podcast zum Genre Fantasy gemacht. Sollten wir tun.
Ich sehe das so: Show don’t Tell ist ein Ideal, das angestrebt, aber nicht immer erreicht werden kann und auch nicht immer sollte. Genreanforderungen sind da nur eine Ausnahme.
Ernsthafte Literatur ist noch mal ganz anderen Gesetzmäßigkeiten unterworfen, das stimmt.