Folge 256 – Facebook für Autoren

Wie kann man als Autor Facebook nutzen?

 

34 Gedanken zu “Folge 256 – Facebook für Autoren

  1. Ich stehe Facebook sehr skeptisch gegenüber. Es ist schon beängstigend, was für ein beänstigend gutes Persönlichkeitsprofil mit all seinen auch negativen Konsequenzen man aus vielen kleinen Informationen erstellen kann. Zwar bin ich konsequent, aber Facebook lebt auch vom Effekt eines Netzwerks.

    Für den Blogerfolg von Marcus Johanus war auch, dass er regelmäßig neue Artikel veröffentlicht. Berechenbarkeit halte ich für den Erfolg im Netz für sehr wichtig. Ah, Marcus bringt jeden Sonntag einen neuen Artikel raus. Konsequent, fast beamtenhaft. Wird man in Berlin als Lehrer verbeamtet? Dazu kommt noch die Ausdauer, nicht schon nach ein paar Monaten aufgeben. In diesem Sinne alles richtig gemacht.

  2. Ich schrieb beänstigend genaues Persönlichkeitsprofil. Es reicht ja schon, wenn Google zu viel weiß, aber sie kennen meinen Namen nicht, ich bin ja auch nicht bei Google plus.

      • Will man, dass jemand so viel über ein wissen kann, dass man manipuliert werden kann? Will man, dass eine Maschine mehr über einen weiß als man selbst?

        • Inwiefern manipuliert? Welche »Maschine« weiß mehr über dich als du selbst.

          Ich will keine Pro-Facebook-Diskussion vom Zaun brechen. Ich stoße nur immer wieder behindertem Thema auf diffuse Ängste, die mich teilweise stark verwundern und deren konkreten Auslöser ich nicht erkennen kann.

          • Ich würde bei Facebook ja nicht nur über meine Schreiberei informieren, ich würde ja evtl auch noch Gruppen zu diversen Themen von Religion, Weltanschauung, Hobbies, Mitmacher für regionale Freizeitaktivitäten, Privatkäufe, Gesundheit, sexuelle Orientierung, Arbeit Gruppen suchen wollen um mich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

            Da Facebook mittlerweile von den anonymen Internetforen zu Sachthemen und sogar von Ebay massiv Nutzer abzieht, die sich nun auf Facebook Gruppen über ihre Interessen austauschen ist man fast schon gezwungen das ebenfalls über Facebook zu tun. Und wenn ich nun bei Facebook einen Account mit Klarnamen habe, und mich in Gruppen zu meinen diversen Themen im Leben einklinke, dann kennt eine US amerikanische Firma mein Privatleben bis in die kleinsten Details. Klar sind die Daten erst mal nur ein Teil eines Datenwusts auf deren Servern. Aber trotzdem stellt sich die Frage, will ich das?

            Klar, wenn ich einen personifizierten Account bei Facebook habe und dort NUR über mein Schreibprojekt den Austausch suche und es ist sowieso klar, dass ich ein publizierender Autor bin, dann erlangen die keine Informationen, die sie nicht auch so kriegen können, aber wenn aus anderen Gruppenzugehörigkeiten für die klar ersichtlich ist welche sexuelle Orientierung und sexuellen Beziehungen ich habe, welche Krankheiten, Photos meiner Kinder und Berichte über deren schulischen Erfolg etc, meine Hobbies und Urlaubsgewohnheiten, politische Einstellung und religiösen Glauben, dann kann ich doch heute nicht absehen, wo diese Daten irgendwann mal landen könnten.

            Und die loggen übrigens wenn du bei denen eingeloggt bist auch mit welche anderen Websites du in der Zeit in deinem Browser offen hast. Das geht mir entschieden zu weit!!!

            Deswegen halte ich mich von dem Laden fern.

          • Alles richtig. Aber es ist ähnlich wie bei Gesprächen auf einer Party. Was genau ich wem erzähle, wie viel ich von mir preisgebe, ist ja meine Sache. Niemand ist »gezwungen« FB zu benutzen. Es ist ja nicht einmal jemand dazu gezwungen, das Internet zu benutzen.

            Im realen Leben überlege ich mir ja auch gut, wohin ich gehe und wem ich was erzähle.

          • Okay, darauf hätten Marcus vielleicht noch einmal eingehen sollen: Wir benutzen unsere Accounts schon bewusst. Kinderfotos stellen wir nicht ein. Ebenso wenig zu persönlichen Kram. Und wenn ein Gespräch wirklich privat werden sollte, gibt es ja noch Mail, PN …

  3. Zu viel virtuelle Welt langweilt mich. Daher bin ich auch nur sporadisch auf Facebook. Klar, ich finde es schon schön, dort „Freundschaften“ zu pflegen mit Leuten, die nicht gerade neben meiner Haustür wohnen. Aber alles immer wohldosiert. Täglich bei Facebook reinschauen, wär für mich nix. Auch als angehende Publizierende werde ich mir vermutlich kein Autoren-Facebook-Profil zulegen. Ich denke nämlich, wenn man Facebook fürs Business nutzt, dann muss man das schon durchziehen. Entweder ganz oder gar nicht.

    Bezüglich Datenschutz hab ich damit keine Probleme. Ich glaube, mein Leben ist auch nicht sooo interessant, als dass man daran Anstoss finden könnte. Und man muss ja auch nichts wirklich Persönliches posten, wenn man nicht will. Die Angst, Persönliches könnte für Unerwünschte verfügbar sein, ist für mich ein bisschen ein Hirngespinst. Denn mal ehrlich: Who cares? Ich meine, es ist mir doch echt egal, wenn ein Datenverwerter aus Usbekistan in 20 Jahren noch ein Foto von mir findet, auf welchem ich mit meinem Mann in den Bergen beim Wandern bin.

    Das einzige, was mich wirklich unglaublich nervt, ist die automatische Verbindung von Facebook mit dem Fotoordner meines Smartphones.
    Neulich musste ich ein Foto vom Hautausschlag meiner Tochter machen und dies den Ärzten zusenden, um zu beurteilen, ob ein Arztbesuch nötig ist. Ich habe das mit dem Handy fotografiert und per Mail zugesandt. Am nächsten Tag öffne ich Facebook und ich sehe das Bild meiner Tochter (der Hautausschlag) mit der Frage: Möchtest du dieses Bild in Facebook posten?
    Klar, mach ich nicht. Aber dass das Bild überhaupt von der Software aufgeschnappt und vorgeschlagen wird, finde ich sehr unangenehm. Das greift total in meine Privatsphäre ein und ich möchte eigentlich nicht, dass Facebook auf meinen Fotoordner Zugriff hat.
    Aber dies ist wirklich das einzige, was mich sehr stört.

    • Du denkst, du hättest nichts zu verbergen, schon die Geschichte mit dem Hautausschlag beweist das Gegenteil. Stellen wir uns vor, eine Versicherung kommt an die Information und erhöht die Kosten der Versicherung. Bei einer gesetzlichen Krankenversicherung ist es schwierig, bei anderen vielleicht gefährlich.
      Oder eine Auskunftei bekommt heraus, dass du eine bestimmte Musik bevorzugt, aber die Musik wird hauptsächlich von Fans gehört, die ihre Kredite nicht bezahlen, dann bekommst du im schlimmsten Fall keinen Kredit oder du musst höhere Zinsen.
      Oder du bekommst als Appplekunde andere Preise als als Androidnutzer.

        • Letzteres ist definitiv so. Internetshops haben nicht für jeden den gleichen Preis.
          Die ersten beiden Versionen spinnen das weiter, wie solche Firmen heute schon arbeiten. Bei Auskunfteien ist es der Wohnort der zu schlechteren Kreditbedingungen führt. Zahlen deine Nachbarn nicht, bekommst du auch schlechtere Konditionen. Dazu gab es mehrere Reportagen.
          Zum Glück haben wir ein strenges Datenschutzgesetz, was der Innenminister aufweichen will, wenn man ihn nicht auf die Finger klopft.

          • Mein Wohnort hat nun aber rein gar nichts mit Facebook zu tun. Abgesehen davon, dass mir das Phänomen neu ist. Glaubst du wirklich, dass du allein wegen deines Wohnorts keine Geschäfte mit einer Bank machen kannst, wenn du darüber hinaus ein attraktiver kauende bist? Das wäre sehr seltsam.

            Bitte auch für die Internetshops konkrete Beispiele. Ich kenne nicht einen einzigen.

          • Mit beidem hat Engel vermutlich nicht unrecht. Bei Amazon ging die browserabhängige Preisgestaltung vor einer Weile durch die Presse – allerdings hat das nun nichts mit FB zu tun, denn ohne Browser kommt man nun einmal nicht auf die Website. Ähnlich vermutlich bei Banken und Versicherungen – die dürften die Infos aber einfach bei Vertragsabschluss abfragen. Und wer nicht antwortet, bekommt halt keinen Kredit. Eine größere „Gefahr“ sehe ich da eher schon im Job. Die meisten Schüler dürften aber inzwischen wissen, dass sich wilde Partyfotos nicht so gut in öffentlichen Profilen machen, wenn man einen Ausbildungsplatz sucht. Insgesamt: Man muss abwägen, ob die Vor- oder Nachteile überwiegen, wann man FB nutzt und die Plattform dann bewusst benutzen.

          • Dass ich keine wirklich privaten Fotos irgendwo im Netz Posten sollte, hat aber auch nichts mit FB zu tun. Das gilt an jeder Stelle. Und gehört zum gesunden Menschenverstand.

          • »Gleichzeitig wies er jedoch Berichte zurück, nach denen Amazon-Kunden einen höheren Preis angezeigt bekommen, wenn sie mit einem Apple-Gerät einkaufen: „Das ist absoluter Schmarrn. Es gibt keine unterschiedlichen Preise für ein und dasselbe Produkt auf unterschiedlichen Endgeräten.“«

            Keine Ahnung, was dran ist. Ich halte das aber auch für eher unwahrscheinlich. Bei Amazon ändern sich Preise wirklich häufig. Und wenn ich die Preise, die Amazon mir anzeigt mit anderen Läden vergleiche (off- wie online), zahle ich meistens den niedrigsten. Ich bekomme sogar im Nachhinein Geld überweisen, wenn der Preis eines Produktes sich kurz nach dem Kauf ändert. Ich kann also keinen Schaden an sich häufig ändernden Preisen erkennen.

          • Man muss bei der etablierten Presse wirklich vorsichtig sein, wenn sie über Themen wie Social Media, Internethandel usw. berichtet. Entweder stelle ich auf dem ersten Blick fest, dass diese Berichte wenigstens zum Teil nicht korrekt sind. Oder es werden haarsträubende Einzelfälle verallgemeinert. Fast immer bleibt von der Aufregung wenig zurück, wenn man genauer drüber nachdenkt oder selbst recherchiert.

            Das wirft für mich eher ein trauriges Bild auf die etablierte Presse. Womit ich jetzt bitte nicht in einen Topf mit »Lügenpresse«-Fanatikern geworfen werden möchte.

          • Was man mit dem Wohnort machen kann, kann man auch mit Daten aus Facebook machen. Nicht ohne Grund gieren die Versicherungen nach unseren Daten, auch den Daten von Facebook.

    • Solche Foto-Einstellungen sind unschön, das muss man zugeben. Es ginge auch nutzerfreundlicher. Allerdings muss einem bewusst sein, dass man das alles nach Belieben einstellen und ändern kann. Dazu reicht meist ein kurzes Googeln oder Freunde fragen.

      Insbesondere Facebook ist recht offensiv angelegt, indem es mich zum Beispiel zwingt, den sog. Facebook-Messenger zu verwenden, wenn ich via Smartphone über diese Plattform mit meinen Freunden kommunizieren will. Aber aus diesem Grund benutze ich ihn auch nicht. Es gibt genug andere Nachrichtendienste.

      Man entscheidet doch selbst, mit welcher App und welchen Einstellungen man chattet und Nachrichten verschickt. Darauf wird es in Zukunft noch viel mehr ankommen: Darauf, eine Wahl zu treffen und sich bewusst zu entscheiden.

      Daneben glaube ich übrigens, dass man Facebook ein wenig missversteht, wenn man es als Plattform fürs „Business“ betrachtet, die man „durchziehen“ muss, wie im Kommentar von Nicole oben beschrieben. Es geht im besten Fall doch ums lockere Netzwerken (neben dem Prokrastinieren 😉 und um den schnellen Austausch.
      Business klingt nach Anzug und Krawatte. Gerade in der Autoren- und Verlagsszene läuft das aber überhaupt nicht so. Da kennt im Grunde jeder jeden, und die Grenzen zwischen privat und geschäftlich verschwimmen ein- ums andere Mal. Was offen gestanden ja auch für die meisten anderen Branchen gilt.

      Auf Facebook wirst du nicht mitbekommen, wer gerade welche Stelle freiräumt und wo ein toller Programmplatz frei ist, der wie für dich gemacht scheint. Das läuft, wie so oft, über die Party nach der Buchmesse, über die Jubiläumsfeier des Verlags etc. pp., das Autorentreffen in XYZ.
      Was das angeht, hat sich nichts geändert.
      Und wird sich auch nicht, wage ich zu behaupten.

  4. Hallo,
    ich habe schon lange ein Privatprofil auf Facebook und da ich dieses Jahr zum ersten Mal versuchen will mein Manuskript bei einem Verlag unterzubringen, habe ich mich gefragt, wann der passende Zeitpunkt ist, um eine Autorenseite zu erstellen. Sollte man das noch vor der ersten Veröffentlichung machen, bzw bevor man überhaupt einen Verlag hat? Oder erst mit der Aufnahme bei einem Verlag oder mit der Veröffentlichung? Was ist da besonders gut, interessieren sich Leute überhaupt für die Seiten von unveröffentlichten Autoren?
    LG Alina

    • Du meinst eine Autorenseite bei Facebook. Hm, wenn du „nur“ an einen Verlag oder eine Agentur herantreten willst, ist die m. M. nach nicht so wichtig. Investiere da deine Zeit lieber in ein 1A Exposé. Wenn sich eine Veröffentlichung nähert – egal ob im Self-Publishing oder Verlag – sollte sie stehen. Interessieren sich Leute für die Seiten von unveröffentlichten Autoren? Hm, wie ist das bei dir? Bist du auf Seiten unveröffentlichter Autoren? Im Endeffekt hängt es davon ab, was man Besuchern bietet. Ist der Aufmacher deiner Site: „Besuch mich, da ich ein unveröffentlichter Autor bin“ wird keiner kommen. Wieso auch? Du musst da schon einen Anreiz bieten. Z. B.: „Besuch mich, wenn du dich fürs Segeln in der Karibik interessierst. Da kenn ich mich aus und kann dir folgende Tipps geben oder Erfahrungen mit dir austauschen. Und übrigens, ich bin unveröffentlichter Autor und bringe im kommenden Jahr einen Roman heraus, der auf einem Segelboot spielt, das durch die Karibik kreuzt.“

    • Das, was Axel sagt.

      Auf Facebook würde ich keine Autorenseite einrichten.

      Aber in einem Punkt würde ich Axel ergänzen. Es kann heutzutage durchaus sein, dass Agenturen oder Verlagslektoren dich erst einmal googeln. Dann macht es bestimmt keinen schlechten Eindruck, wenn du eine gute Seite hast. Natürlich hat Axel recht, dass das Wichtigste ein perfektes Exposé und Manuskript sind. Kein Lektor oder Agent wird ein ansonsten überzeugendes Skript ablehnen, weil du keine Website hast. Umgekehrt wird niemand dein Skript nehmen, wenn es ihn nicht überzeugt, du aber eine tolles Website hast. Eine gute Website könnte das Gesamtbild aber abrunden.

      Du musst entscheiden, was dir dieser Eindruck wert ist.

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