Folge 284 – Dilemmas

19 Gedanken zu “Folge 284 – Dilemmas

  1. Dilemma ist ein schönes Mittel, um Spannung zu erzeugen. Wichtig, dass man ein neues, interessantes Dilemma findet.
    Ob sie jeder Roman braucht, steht auf einem anderen Stern, daran glaube ich nicht.

  2. Hey Ihr Lieben,

    hattet Ihr eigentlich schon mal eine Folge über „den ersten Satz“ ?
    Was habt Ihr für geniale erste Sätze bisher gelesen?
    Wie könnte man sich einen perfekten ersten Satz vorstellen?

      • Ich würde mich über Ausgaben zu Kontraste, Fish-out-of-water, das ungleiche Doppel und Wie gestalte ich einen überraschenden Plottwist?

        Der erste Satz ist eher ein Mythos.

        • Der erste Satz ist ein Mythos? Beginnst du dein Buch dann einfach mit dem zweiten Satz? 😉

          Ich finde, im ersten Satz muss eine Frage aufgeworfen werden, deren Antwort man erst gibt, nachdem man im Intro die Geschichte interessant (d.h. mit weiteren offenen Fragen bzw. Konflikten) eingeleitet hat. Die erste Frage muss nichts mit der Haupthandlung zu tun haben, aber sie muss mir als Autor Zeit geben, die komplexeren und spannenderen Hauptkonflikte zu zeigen. Es ist eine Art „Übergangskonflikt“. Wenn ich so an Harry Potter denke, gibt es sogar noch mehr Übergangskonflikte, bis endlich das Hauptthema, der Besuch der Zaubererschule, genannt wird. Im ersten Satz fragt man sich, warum die Dursleys denn stolz darauf sind, „ganz und gar normal zu sein“. Bis man das erfahren hat, fragt man sich, was hinter den ganzen seltsamen Dingen steckt, die in der Gegend passieren. Das wird erst beantwortet, nachdem die Frage nach der Besonderheit von Harry gestellt wird. Dies beantwortet (zum Teil) erst Hagrid, der dann auch den Hauptteil des Buches beginnen lässt. Die Fragen werden immer komplexer, nehmen mehr Bezug zur Haupthandlung und werden individueller bzgl. Harry. Das klingt vielleicht nach dem üblichen Schema „Konflikt erst lösen, wenn ein anderer aufgestellt wurde“, aber gerade am Anfang, wenn man noch nicht den Hauptkonflikt im ersten Satz unterbringen kann, ist es wichtig, keine „Konfliktlücken“ zu haben. Vor allem nicht im ersten Satz. Das ist der erste kleine Dominostein von vielen, die mit jedem Stein größer werden.

          Oh, eigentlich sollte das nur ein kurzer Kommentar werden, aber dann sind mir diese Sachen eingefallen ^^ Ergibt doch Sinn, oder sehe ich das komplett falsch? 😀

  3. Es ist erstaunlich, dass ausgerechnet der Satz um Ilse mit dem Salz als Beispiel für einen guten ersten Satz herhalten muss. Aber das ist natürlich alles Geschmackssache.
    An vielen anderen Beispielen zeigt sich, dass ein erster Satz schon etwas ist, dass in gewisser Weise für das Buch stehen kann. Z.B. finde ich den ersten Satz von „1984“ sehr gelungen, weil da bereits etwas anklingt, was im Roman Thema ist: Die Kontrolle des Denkens über die Kontrolle der Sprache. Zumindest kam mir beim Lesen dieses ersten Satzes genau dieser Gedanke.
    Ich fände es mal interessant, sich mit letzten Sätzen auseinanderzusetzen. Oder mit der Kombi aus erstem Satz und letztem Satz. Gibt es dazu schon was?

  4. In einer älteren Federwelt hat sich Stephan Waldscheidt dem Thema „Erster Satz“ angenommen. Und sich in völlig trockener und gänzlich humorloser Art und Weise darüber ausgelassen, wie entscheidend dieser erste Satz ist, ja sogar die ersten Worte sind.

    Ach ja, nur damit mich auch wirklich niemand falsch verstehen kann: Ich habe mich kaputt gelacht bei dem Text von Herrn Waldscheidt.

    • Der erste Satz ist schon wichtig – aber es gibt auch keinen Grund, es zu übertreiben. Vor allen Dingen: Den ersten Satz (in seiner endgültigen Form) kann man auch zuletzt schreiben. Ich würde mich erst einmal damit nicht aufhalten.

  5. Eine Frage noch zu den Dillematas: Gehören die in jedes Genre? Also auch in Kinderbücher? Oder ist das nur etwas für Krimis und Thriller oder halt allgemein Spannungsliteratur?

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