Folge 290 – Mythos 1. Satz

17 Gedanken zu “Folge 290 – Mythos 1. Satz

  1. Der Titel ist von mir wahrscheinlich inspiriert, aber die Idee hatte eine andere Komentatorin gehabt. Wenn man sich zu lange am ersten Satz aufhängt, dann blockiert man sich.

    Was ist eigentlich ein toller Satz? Wie baut man ihn?

  2. Okay, ich glaub ihr habt mich davon überzeugt, dass ich bald mal mit dem zweiten Satz weitermache…
    Vielleicht sollte man bzgl. des ersten Eindrucks eher den Fokus auf den Titel und das Buchcover legen. Der Titel ist in gewisser Weise ein erster „Satz“. Und um beides muss man sich, zumindest beim Verlag, nicht unbedingt Gedanken machen.

  3. Ich schreibe Kurzgeschichten und habe festgestellt, dass der erste Satz wie eine Art Katalysator agiert und daher für mich als Autorin doch ziemlich wichtig ist. Von ihm hängen Ton, Geschwindigkeit und damit auch der Inhalt der Geschichte ab.

    • Im Endeffekt muss es für dich funktionieren und jeder Autor ist unterschiedlich. Ich erinnere mich aber noch an meine letzte Kurzgeschichte: Da hing ich auch ewig am ersten Satz, statt den Rest zu schreiben (und kam auch von dem ersten Satz „nicht los“).

  4. Sehr gut, und wann gibts die Folge um den letzten (Ab)Satz? Denn was kann den tollsten Roman ruinieren? Genau, der Schluss. Bzw. kann man mit dem Gefühl entlassen werden, dass das ganze genau so und kein bisschen anders sein musste. Was mich deutlich eher zu einem weiteren Buch des selben Autors greifen lässt als ein gelungener erster Satz.
    Vor kurzem bin ich über den angeblich schönsten ersten Satz gestolpert. Das war während eines Journalismus Schnellbleiche Kurses. Ich kenne dich nicht gut genug, Marcus, aber der Typ war Deutschlehrer und hat sich bei „Ilsebill salzte nach“ nicht mehr eingekriegt. Jetzt kann man vielleicht argumentieren, dass Journalismus und Literatur nichts miteinander gemein haben. Ausgehend vom Begründungsgeschwurbel für eben diesen ersten Satz bei dem Wettbewerb kann ich dem nur zustimmen. Aber ich schweife ab, mal wieder.
    Zusammenfassung: Schöne und einprägsame erste Sätze sind schön, gut und sicher nicht unwichtig, aber kaum ein Buch steht und fällt damit. Mit dem letzten hingegen schon. Es gibt Autoren, die lese ich nicht mehr (jedenfalls nicht ohne entsprechende Überzeugungsarbeit), weil sie einen > 500 Seiten Roman auf den letzten Seiten getötet, was sage ich, ermordet, zerfetzt, vernichtet haben.
    Ich bin bereits gespannt. 😉

    • Wobei es für mich auch nicht (nur) der letzte Satz, eher die letzten zwei, drei Seiten sind. Ich finde die größte Gefahr (abgesehen von einem banalen Ende): Das Ende zu lange auszuwalzen. Bei wie vielen wirklich guten Büchern habe ich das Ende einfach nicht mehr gelesen, weil ja die Spannung schon raus war. Das schlimmste Ende aller Zeiten (okay, vermutlich übertrieben. Und vermutlich gibt es jetzt wütende Proteste ;-)): Der Bürgerkrieg im Auenland.

      • Du bist aber auch ein besonders ungeduldiger Leser. Ich mag es eigentlich ganz gerne, über die Figuren und ihr Schicksal noch zu lesen, auch wenn der Konflikt schon gelöst ist. Wenn mich die Figuren wirklich packen, möchte ich noch so viel wie möglich von ihnen erfahren und kann mich nur schwer von ihnen trennen.

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