Folge 296 – Lektorat für Selfpublisher

20 Gedanken zu “Folge 296 – Lektorat für Selfpublisher

  1. Vielen Dank für eure ehrlichen Statements, vor allem in Bezug auf den finanziellen Aspekt und das professionelle Feedback. Das hat mir sehr geholfen.

    Wäre es möglich, mal eine Folge zu machen, in der ihr mal Rohtexte den Korrekturen durch das Lektorat gegenüberstellt? Also dass man quasi einmal sieht, welche Art Änderungen es gibt oder was jetzt für das Lektorat nicht gepasst hat? Oder auch recht häufige Fehler, die korrigiert werden? Oder wäre das zu umständlich?

  2. Wie viel müsste man verkaufen, um die Ausgaben für das Lektorat wieder drin zu haben?

    Eigentlich müssten mehrere Menschen mit guten Rechtschreibkenntnissen auf einen Text gucken, denn die finden alle auch noch Fehler.

      • Ich komme auf grob überschlagen um die 750 Exemplar bei einem Durchschnittsroman von 300 Seiten und 7 Euro Normseite und einen Preis von ungefähr 3 Euro. Klingt erst einmal nicht so wahnsinnig viel. Okay, Amazon schränkt die Kundschaft ein, nicht jeder hat ein Kindl.

      • Also braucht man pro zu korrigierender Seite ungefähr 2 Käufer, wenn man den Anteil an den Einnahmen des Verlags/Vertriebs abzieht?

        Wäre es, wen man am Ende dann eh ungefähr bei Null rauskommt nicht weniger Risiko und Aufwand das ganze bei einer der einschlägigen Plattformen unlektoriert so wie es ist kostenlos einzustellen? Da bekommt man dann wenn es doch gut ist mehr Leser und evtl kann man sich einen Namen machen, sodass man Käufer für ein Folgebuch requirieren kann, evtl sogar crowdfunding für ein Lektorat betreiben. Haben das schon Leute probiert?

        • Hängt davon ab, was dein Ziel ist. Risiko: Du hast vielleicht einen miesen Ruf weg, wenn das Buch voller Fehler ist. Auf der anderen Seite setzt du mit einer nicht unerheblichen Wahrscheinlichkeit (so viel Bücher muss du erst einmal verkaufen) viel Geld in den Sand. Als Selfpublisher stehst du ständig vor solchen Fragen. Du bist ja dann Unternehmer.

        • Ich halte die ganzen Rechnungen nicht für zielführend. Ich würde eher damit arbeiten, welches Budget ich bereit bin zu investieren, um dann zu überlegen, worin genau ich es investiere. Werbung? Cover? Korrektorat? Software?

          Als noch unbekannter Autor mit dem Ziel investieren, die kosten auch wirklich wieder reinzukriegen, kann sehr schnell enttäuschen. Ich würde lieber versuchen, die Kosten so gering wie möglich zu halten.

          • Ich halte die Rechnung für wichtig, um eine Hausnummer zu haben. Noch tröstlicher halte ich es, wenn man erfährt, wie viel Kollegen verkaufen. Vielleicht erkennt man dann, dass 800 verkaufte Exemplare schon eine ordentliche Zahl ist.

            Andererseits sollte man sich fragen, was kann man tun, um erfolgreicher zu sein. Wie erziele ich mehr Aufmerksamkeit, ohne mehr oder weniger um Hilfe zu betteln?
            Soll ich eine Buchreihe mit einer Figur fortsetzen, die durchschnittlich 1000 Verkäufe generiert? Wann breche ich ab und wage etwas Neues? Was mache ich dann besser?
            (Asterix war ja bekanntlich nicht das erste Produkt von Goszinny und Uderzo.=

          • Ich halte Zahlen im Buchbusiness und gerade beim Selfpublishing für eine ganz schwierige Angelegenheit. Wie du schon sagst: 800 verkaufte Bücher können für den einen ein großer Erfolg sein – für andere ein Flop.

            Es gibt Selfpublisher, die 20.000 Bücher pro Monat verkaufen. Andere verkaufen 2 pro Monat. Was bringt es mir, das zu wissen? Wie viele ich nun verkaufen werde, kann ich im Vorfeld einfach nicht wissen.

            Dan Wells beispielsweise ist mit seinen John-Cleaver-Büchern Bestsellerautor. Mit seiner Partials-Serie ist er nach eigenen Worten gefloppt und hat im krassen Gegensatz dazu nur ein paar hundert Bücher in Deutschland verkauft. Also auch der Erfolg mit einem Buch garantiert nicht den Erfolg mit dem nächsten und umgekehrt.

            Ich würde, wie gesagt, immer lieber danach gehen, was ich investieren möchte. Die Hoffnung, dass ich das investierte Geld durch Buchverkäufe wieder reinbekomme, ist halt nur eine Hoffnung. Verlässlich berechnen, wie viele Exemplare ich von meinem nächsten Buch verkaufe, kann ich auf keinen Fall.

            Und nach oben hin ist die Skala immer offen. Mit Cover, Korrektorat, Lektorat, Marketing, Websitegestaltung etc, kann ich locker auf 20.000 Euro kommen, die ich in so ein Buch investieren kann. Und da ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

            Ich kann aber auch das Minimalprogramm fahren und vielleicht nur 100 oder 200 Euro investieren. Und selbst dann ist nicht garantiert, dass ich auch diese verhältnismäßig kleine Summe wieder reinbekomme.

            Wer diese finanzielle Sicherheit benötigt, sollte wirklich nur im Verlag veröffentlichen.

          • Berechnen kann man es nicht, aber einschätzzen. Natürlich ist das Buchgeschäft ein Risikogeschäft.

            Ich denke, dass selbst die Tatsache, dass ein Autor mit seinen Büchern unterschiedlich erfolgreich ist, kann dem angehenden Autor schon helfen.
            Ich glaube nicht, dass Dan Wells immer noch so erfolglos mit seiner Aufbruch-Trilogie ist.

  3. Ich fänd es toll, wenn ihr nach den vielen Folgen „für Selfpuplisher“ jetzt auch noch einmal eine Folge für diejenigen machen könntet, die über einen Verlag veröffentlichen wollen :).

      • Die Frage habe ich befürchtet :). Im Grunde fange ich bei Null an. Ich habe also mein Manuskript fertig und mich auf Grund verschiedener Punkte gegen das Selfpublishing entschieden. Im Internet finde ich genug Literaturagenten, deren Genres und Vorgaben bzgl. der Vorgehensweise.

        So weit, so gut.

        Mich interessieren die Punkte, an die ich als Neuling überhaupt n icht denke. Darum kann ich sie dir auch nicht im Detail nennen, sonst würde ich sie vielleicht selbst suchen können :). Ich meine jetzt nicht, wie man z.B. ein Exposé schreibt, das kann ich ja alles nachlesen. Gibt es Dinge, auf die ich vorbereitet sein sollte? Abgesehen davon, keine Antwort zu bekommen, nur Absagen usw. as ist mir alles bewusst.

        Ich kann es leider im Moment nicht konkreter fassen.

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