Folge 45 – Top 10 Fantasy Romanzyklen

Nachdem wir uns vor ein paar Folgen mit dem Schreiben von Fantasy allgemein beschäftigt hatten, hier nun eine Folge mit unseren Lieblingsfantasywerken. Und da in dem Genre der Trend stets zum mehrbändigen Zyklus herrscht und es nur wenige einzelne herausragende Romane gibt, empfehlen wir diesmal gleich eine ganze Bibliothek. Also, räumt schon mal Platz in den Regalen frei und erweitert den Speicher eurer E-Book-Reader.

Wochentipp: Die TV-Serie Southland

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53 Gedanken zu “Folge 45 – Top 10 Fantasy Romanzyklen

  1. Sind einige meiner Favoriten dabei – mit A Song Of Ice And Fire bin ich fast durch, und Harry Dresden wird auch gelesen.
    Mein derzeitger Liebling ist aber Scott Lynch’s „The Lies Of Locke Lamora“ (den zweiten hab ich noch nicht gelesen, liegt aber im Regal). Eine Mischung aus Heist-Filmen wie Ocean’s Eleven, in einer Stadt die einen an die großen Fantasy-Metropolen erinnert, wie King’s Landing oder Ankh Morpork. Außerdem dreht sich viel um Alchemie, was ich sehr interessant finde.
    Außerdem erwähnenswert: „The River’s Of London“, ähnlich wie Harry Dresden eine Urban Fantasy-Reihe über einen jungen Londoner Polizisten, der neben seiner Tätigkeit als Polizist das Zaubererhandwerk erlernt.

  2. Oh man, was für eine diskussionswürdige Liste XD

    Also Lied von Eis und Feuer war bei mir der erste Fantasyroman, den ich wirklich lesen wollte. Gerade weil es eben nicht diese HDR Klischees hatte. Über die Sprache und die Länge der Bücher kann man sicher streiten, aber bei mir bleibt es die Nummer zwei. Vor allem auch, weil es mich dazu ermutigt hat, mit dem Schreiben anzufangen.
    Herr der Ringe ist wohl die Ansammlung von Fantasyklischees schlechthin. Aber wie ihr gesagt habt, das liegt eben daran, dass der Ideenreichtum und die Welt für Jahrzehnte (und im weiten Sinne bis heute) den Ton vorgibt. Der Vergleich mit Goethe und Tolkien ist da irgendwie passend. Wobei ich irgendwann angefangen habe, die Lieder und Hintergrundgeschichten von Säulen etc zu überspringen. Deshalb fand ich den Hobbit auch immer besser.
    Zu Scheibenwelt wurde alles gesagt. Es ist einfach brilliant, auch wenn man sich daran gewöhnt hat, gibt es keine Reihe die soviel Inhalt bietet, dabei aber so gut geschrieben wurde. Und wer es schafft, soviele Haupt- und Nebencharaktere inkl. Schurken zu erschaffen und jeder ist einzigartig, dem gehört einfach Respekt gezollt.
    Bei mir würde ich noch Wächter der Nacht dazu holen. Einfach aus dem Grund, weil ich die Verbidnung zwischen „richtigen“ Krimis und Fantasyelementen einfach großartig finde. Das Rumrätseln ist ein wahnsinnig spannend und die Lösungen immer wieder überraschend, aber selten unlogisch oder unpassend. Sowohl die Welt in der heutigen Zeit als auch das Miteinander und Gegeneinander ist nachvollziehbar.
    Drachenlanze hatte mein Bruder gelesen, aber ich fand schon den Namen nicht gut und es war für mich sehr klischeebeladen.

      • Gute Bücher sind eben gut 😉
        Auch wenn bei mir Scheibenwelt an der eins stehen würde*

        *Allerdings liegt das, wie alles andere auch am eigenen Geschmack und da wir in einer Zeit leben, in der Leute tatsächlich Fischstäbchen mit Vanillesoße essen, weil sie es im Fernsehen gesehen haben, ist diese Tatsache nicht allzu ernst zu nehmen. Oder als Troll im Internet zu verteidigen. Je nachdem.

        • Ja, Terry Pratchett ist wirklich ein Spitzenautor. Aber die Scheibenwelt-Romane auf Platz eins zu packen konnte ich Axel nun wirklich nicht antun. Dann hätte er wahrscheinlich bei laufendem Aufnahmegerät einen Herzinfarkt gekriegt.

          • Generell habe ich nicht mehr so mit Fantasy. Nach dem Pflichtfantasyfilm zu Weihnachten jedes Jahr, dutzenden Spielen, habe ich mich ziemlich dran satt gesehen, außer es ist wirklich mal was neues dran. Aber Dresden hört sich doch gut an. Ich denke, ich werde da mal rein sehen.
            Colin Harrison war schon ein guter Tipp aus dem Cast, da vertraue ich euch einfach mal 😉

      • Ja, sehr wichtig. Das ist immer ein wenig das Problem. Man muss die Autoren einfach auch historisch würdigen. Klar, wenn man schon x Fantasyromane gelesen hat und dann zu Tolkien greift, muss man zu dem Schluss kommen, dass das alles andere irgendwie schon einmal besser gemacht haben. Das wäre ungefähr so, als wenn ich mir „Den entwendeten Brief“ von Poe vornehme und mit modernen Kriminalromanen vergleiche, um dann zu dem Schluss zu kommen, dass das doch alles von Poe ein wenig altbacken und simpel ist.

        Mit heutigen Augen mag das alles stimmen. Aber diese Leute haben ihre Genres erfunden. Alle Nachfahren standen da auf den Schultern von Riesen, meine ich.

  3. Hi,

    natürlich sind solche Listen immer subjektiv und ich kann mir gut vorstellen, dass bei der Auswahl einiges wieder rausgeflogen ist, was zunächst auf der Liste stand. Was mich allerdings wundert ist, dass Ihr bisher zwei Autoren nicht einmal erwähnt habt, die ich sehr schätze. Vielleicht kennt Ihr ihre Bücher ja nicht?

    Zum einen finde ich die Farseer-Trilogy (auf Deutsch „Weitseher“) von Robin Hobb (plus die anschließenden Bücher) absolut empfehlenswert. Hier ist das Worldbuilding vielleicht nicht ganz so faszinierend wie bei anderen Autoren, aber sie schafft tolle Charaktere, die sich oft überraschend aber immer glaubhaft entwickeln.

    Zum anderen fehlt mit Tad Williams, von dem ich zwei „Mehrbänder“ gelesen habe und einfach klasse fand: Memory, Sorrow and Thorn und Otherland. Beide grundverschieden, beide recht umfangreich aber voller Fantasie, originieller Ideen und mit interessanten Charakteren. Was ich ausdrücklich nicht empfehle: Otherland als Hörbuch. Das habe ich mal versucht und es macht einen ganz kirre, die verschiedenen Handlungsstränge im Überblick zu behalten (und das, obwohl ich das Buch vorher gelesen hatte!).

    Infos zu beiden Autoren natürlich auf der Wikipedia, wer gut Englisch kann sollte unbedingt die Einträge auf der englischen Wikipedia lesen, sie sind sehr viel umfangreicher.

    Jim Butcher kenne ich noch nicht, Ihr habt mich aber neugierig gemacht. Und Elric habe ich als Teenager auch verschlungen 😉 !

    Ein gutes neues Jahr!

    Birgit

    • Doch, doch, ich kenne sowohl Robin Hobb als auch Tad Williams. Beide Autoren geben mir allerdings nicht viel, wie ich gestehen muss. Aber wie du schon sagst, Geschmäcker sind verschieden. Ich hoffe, dir gefällt Jim Butcher.

      • Ich bin nicht gerade gebildet, was Untergenre angeht – weil ich die Hälfte für ziemlich überflüssig halte – aber kann mir jemand sagen, was hard boiled urban Fantasy ist? Hört sich nach sowas wie Dirty Harry mit Magie an.

        • Okay, die Bezeichnung gibt es so natürlich nicht wirklich. „Urban Fantasy“ – Fantasy Romane die in der Gegenwart, häufig in der Großstadt spielen. Falls dir das Rollenspiel „Shadowrun“ ein Begriff ist: Genau das. Harboilded – nun, darunter versteht man die knallharten, amerikanischen Detektivkrimis, z.B. die Romane von Raymond Chandler. Tja, und Harboiled Urban Fantasy ist dann nach meiner Definition das Beste von beiden Genres 😉

          • Na, dann war ich ja gar nicht soweit weg 😉
            Urban Fantasy ist mir als Wächter der Nacht Leser natürlich ein Begriff.
            Danke für die Info.

          • Ich weiß nicht so genau, wie Axel auf Shadowrun kommt. Shadowrun ist zwar auch irgendwie Urban Fantasy, hat aber mit seinen Cyberpunk-Elementen ein ganz anderes Flair. Die Harry-Dresden-Romane sind wesentlich märchenhafter und haben halt keinerlei SF-Bezug.

          • Ja, was Marcus sagt stimmt – zum Teil. Cyberpunk gibt es bei Dresden nicht. Ebensowenig die vielen, großen Knarren. Wenn ich allerdings an das Genre Urban Fantasy denke – vor Shadowrun fällt mir dazu nicht viel ein. Zumindest nicht, soweit es den Mainstream betrifft. Okay, man könnte jetzt noch an Neil Gaiman denken … Dann bin ich aber mit meinem Latein am Ende. Allerdings: Bin jetzt auch nicht soo der Fantasy-Fan.

  4. Ich bin kein großer Freund von Fantasy, aber „Das Lied von Eis und Feuer“ steht bei mir ganz oben auf meiner „unbedingt-lesen-Liste“.
    Herr der Ringe habe ich nach den ersten Seiten zur Seite gepackt, obwohl ich die Filme fantastisch finde.
    Mehr kann ich zu Fantasy nicht sagen. 😉

    Doch… Der Sternwanderer (Film) fand ich himmlisch! 🙂

  5. Zu Wächter der Nacht: Der Film ist absoluter, klischeehafter Blödsinn. Die Story wurde vollkommen umgeschrieben, sodass sie nur wenig Sinn macht und die Bedeutung des Jungen ist vollkommen geändert worden.
    Kurz: Das coole an den Büchern ist, dass es letztendlich immer anders endete, als man es erwartet hatte – wie in einem guten Krimi eben. Während die Filme genau das machen, was man aus tausend anderen kennt.
    Ich habe wirklich mit offenem Mund vorm Fernseher gesessen, weil ich es nicht fassen konnte, wie schlecht das war. Zumal das wirklich sehr detailierte Magiesystem überhaupt nicht angerissen wird.

  6. Ihr habt GoT auf der Liste? Und so weit oben? LASST GEFÄLLIGST DIE STEINE LIEGEN!
    Ich weiss schon, Geschmackssache. Aber ich gewinne je länger desto mehr den Eindruck, dass sich bei mir nachdem ich GoT gelesen haben würde die gleiche Ernüchterung einstellte wie nach dem Verzehr von dem „Meisterwerk“ eines polnischen SF Autoren. Alle bejubeln es und ich finde einfach keinen Zugang dazu. Aber gut.
    Zu Mistborn 4 (zu Deutsch: „Jäger der Macht“): Ich bin zwar der Meinung, dass man es auch ohne die Trilogie vorher gelesen zu haben mit Gewinn lesen kann. Allerdings hat sich bei mir beim Lesen (bzw. Hören) sowas wie „Nostalgie“ eingestellt. Die ganzen Figuren die zu Legenden wurden. Und nicht zu reden vom Schluss, als die Junge Juristin deren Name mir nicht einfallen will dieser einen … aber ich verrate schon zu viel. 😉
    Ansonsten entweder Zustimmung oder noch nicht gelesen.

    • AGoT ist keine leichte Kost, so viel ist sicher. Der Vergleich mit Lem ist gar nicht so schlecht. Beide Autoren sprengen halt die Grenzen ihrer Genres, wohingegen Sanderson eher voll ins Genre reingretscht und innerhalb seines Vorgartens einfach das Beste hinlegt. Geschmackssache. Ich mag beides. Von uns SchreibDilettanten ist jedoch auch Axel der größere AGoT-Fan.

      • Wie du gleich auf Lem gekommen sein magst? 😉
        Du hast Recht. Geschmack halt, über den sich bekanntlich nicht streiten lässt. Es wird einem nur förmlich aufgedrängt. Niemand drängt einem Sanderson auf, und Mistborn ist toll. Noch nicht mal Pratchett wird einem aufgedrängt. Und über Discworld sage ich nichts ausser: Grossartig. Zumindest von Band zu Band besser. Die ersten fand ich auch nicht soooooo toll. Aber er steigerte sich schnell und nun vermisse ich Rincewind beinahe 😉

        • Pratchett ist wohl gleichzeitig einer der beliebtesten und am meisten unterschätzten Autoren. Meine Lieblingsanekdote von ihm:

          Terry Pratchett bekommt wohl ziemlich häufig gut gemeinte Briefe von Bibliothekaren, wie er selbst sagt, die ungefähr so was meinen wie: „Lieber Mr Pratchett, Ihre Bücher sind toll. Sie locken viele Besucher in unsere Bibliothek, die dann anschließend auch zu richtiger Literatur greifen.“

          Das trifft die Sache ziemlich gut. Meiner Meinung nach schreibt Pratchett echte Literatur. Man sollte sich von dem Unterhaltungsfaktor seiner Romane nicht täuschen lassen. Nicht immer ist alles, was lustig, locker und unterhaltsam – und Fantasy – ist, auch gleichzeitig seicht. Das trifft eher auf Robert Asprin zu.

          • Marc, irgendwie hört sich das mehr danach an, als würde dir der Hype auf die Nerven gehen, als dass es tatsächlich um Lied von Eis und Feuer geht. Und das ist glückabhängig. Als ich vor zehn Jahren den ersten Band gelesen habe, kann ich dir nur sagen, dass es endlich mal ne Abwechslung zum Herr der Ringe Schema war.

          • Das zeigt doch, dass der Mann Humor hat. 😉
            Bei mir hat es eine Weile gedauert bis ich realisiert habe, dass er kaum was anderes macht als Themen die uns tagtäglich betreffen aufzugreifen und uns auf der Scheibenwelt angesiedelt und etwas karrikiert zu vermitteln und somit den Spiegel vorzuhalten.
            Und nur am Rande: Auf die Diskussion was „richtige“ Literatur ist lasse ich mich nicht ein, nicht mal mit euch hier. 😉

          • Schade, Marc,

            richtige Literatur ist, wenn man a) es in der Schule gelesen hat oder b) man nach wenigen Minuten nur noch ins Bett will. Und zwar, um zu schlafen (nicht, dass jetzt jemand auf komische Gedanken kommt)

      • Also, Lem habe ich versucht und nur ein paar Seiten geschafft. Selbst die Verfilmung von „Solaris“ hat mich nicht im Geringsten begeistert. Aber AGoT? Grandios. Schwer zugänglich? Hüstel, wenigstens beginnt AGoT nicht mit einer gruseligen Abhandlung über das Pfeifenkraut oder einer langweiligen Geburtstagsparty 🙂 Ja, es ist natürlich ein episches Werk, aber hey, so ist Fantasy nun einmal.

  7. Also Alex, du hast es ja nicht anders gewollt …

    Ich habe kürzlich den ersten Teil von „Die Tribute von Panem“ quasi geschenkt bekommen mit dem Kommentar: „Eigentlich lese ich ja sonst nur Literatur mit Anspruch. Ich war halt krank und brauchte etwas das nicht so …“ Ich habe mich dann – dem Frieden zu liebe – ausgeklinkt.

    Aber wie ich sehe siehst du das ja nicht so viel anders als ich. Und das obwohl du ja auch Lehrer bist. Ach ne, da verwechsle ich jetzt was, ‚tschuldigung.

    UND WAS HAST DU BITTESCHÖN GEGEN PFEIFFENKRAUT? 😉

    Und zu deiner zweiteligen Argumentation von wegen „richtiger“ Literatur: Demnach ist z.B. „Das Parfüm“ auch keine. Das habe – zumindest ich – in der Schule nicht gelesen. 😉

  8. @Utopia: Ja, das kann schon sein. Ich kenne es ja nicht. Es konnte mir allerdings auch bisher nicht schmackhaft gemacht werden. Bzw. wurde es mir von Anfang an so vergellt, dass ich nun keinen Anlass sehe, mir ein solches Monstrum a) zu kaufen und b) zu lesen.
    Mein erstes Werk in Sachen Fantasy war „Die unendliche Geschichte“, dann kam der erste Versuch mit „HdR“ -> gescheitert. Danach „Der Hobbit“ und dann nochmal „HdR“ -> erfolgreich. Der Rest ist Geschichte und teilweise auf meinem Buchblog nachzulesen.

  9. @Axel: “Fevre Dream” oder “Armageddon Rag”, gibt es die auf Deutsch? Ja, ich kann selber suchen. Aber wenn die wirklich so toll sind, kann ich ja mal einen Blick riskieren.

  10. Habe gerade meinen ersten Jim Butcher hinter mich gebracht.
    Ich kann eigentlich mit Fantasy nicht viel anfangen, der ganze Feen-, Dämonen- und Elfenkram gint mir nicht viel.
    Aber die Mischung aus Hardboiled Krimi und Fantasy hat mich gereizt.
    Und nun auch überzeugt. Das ist wirklich ausgesprochen unterhaltsam, was Butcher da geschrieben hat. Ich bin ab jetzt Harry Dresden Fan.

    • Hallo, Kai,

      das freut mich als Jim Butcher Fan. Die gute Nachricht für dich: Es gibt unheimlich viele Bücher von ihm. Band 3 fand ich okay, nicht genial. Ab 5 oder 6 nimmt der Metaplot aber mächtig Fahrt auf. Da legt dann Butcher noch einmal eine mächtige Schippe oben auf. Übrigens: Die TV Serie ist auch nicht schlecht.

  11. Artemis Fowl von Eoin Colfer ist wirklich lesenswert.
    Zamonien von Walter Moers fehlt mir in der Auflistung, gerade für jemand, der es auch humorvoll mag.

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