Zusammen schreiben

15 Gedanken zu “Zusammen schreiben

  1. Bei der schriftstellerischen Arbeit entscheiden doch nicht die Stunden über den Verdienst, sondern der Verkauf.

    Klüpferromane entstehen, soweit ich weiß, so, dass einer das eine Kapitel und der anderer das anderer Kapitel schreibt.
    Iny Lorentz nutzen das andere Model.

    Ich würde mich freuen, wenn es mal wieder schreibtechnische Folgen gibt, die sich weniger um das Drumherum drehen, sondern an der Arbeit am Text.

      • Es ist egal, wie lange du daran gesessen hast, du bekommst ein Teil des Verkaufspreis- 5 bis 10 %. Verkauft es sich gut, hast du mehr. Verkauft es sich schlecht, hast du weniger. Die Stunden, die du dafür gebraucht hast, sind unerheblich.

        Langfristig setzt sich Qualität durch, Qualität entsteht nicht husch-husch.

        • Es gibt einen Unterschied zwischen »husch-husch« und einer Kosten-Nutzen-Bilanz. Den Luxus, beliebig lange an einem Text zu sitzen haben ohnehin ja nur nebenberufliche oder Bestseller-Autoren, die nicht mehr darauf angewiesen sind, zu verkaufen. Letztere dürfte es aber so gut wie gar nicht geben. Bestenfalls die Liga um King und ähnliche Autoren kann sich das vielleicht leisten.

          • 10 Jahre sind ein Extrembeispiel, da ist G.R.R. Martin sogar schneller und er arbeitet noch an anderen Projekten mit.
            Was ist ein Bestseller?

            Das Dumme ist ja, dass man keine richtige Kosten-Nutzen-Bilanz aufstellen kann, weil manches auch schlicht Zufall ist. Sicherlich kann man dem Zufall nachhelfen, meistens geschieht es, dass man ein Thema oder eine Grundidee wählt, die für gesteigerte Aufmerksamkeit sorgt.
            Das wäre mal ein Thema: Wie muss ich mein Projekt gestalten, dass es für Aufmerksamkeit sorgen kann? Ich meine nicht das Marketing danach.

          • Du gehst vom unveröffentlichten Verlagsautor aus. Es gibt durchaus Selfpublisher oder etablierte Autoren, die einfach vertragliche Verpflichtungen haben, bzw. ziemlich genau antizipieren können, wie viel sie von einem Buch verkaufen. Für diese Autoren ist es eine ganz relativ überschaubare Rechnung, wie viel Zeit sie in ein Buch investieren können, um einen bestimmten Gewinn zu erzielen.

            Mal ganz abgesehen halt davon, dass du, sobald du einen Verlagsvertrag hast, ja auch einen Abgabetermin hast. Und Verträge werden gerade bei etablierten Autoren nicht immer aufgrund fertiger Manuskripte, sondern auch aufgrund von Exposés abgeschlossen. Da bekommen die Autoren dann einen Zeitrahmen, in dem sie liefern müssen.

            Und selbst bei bereits fertigen Manuskripten setzt dir ein Verlag eine Deadline, bis zu der die Überarbeitungen abgeschlossen sein müssen.

            Deswegen meinte ich halt, dass Autoren wie GRRM in einer extrem privilegierten, extrem seltenen Position sind, dass sie es sich leisten können, so lange an einem Projekt zu arbeiten, wie sie lustig sind. Das ist in meinen Augen die absolute Ausnahme und nicht die Regel.

        • Ich kann noch mehr Autoren aufzählen, die sich ewig Zeit lassen. Für Tyll hat der Kehlmann auch fast fünf Jahre gebraucht. Ich fand das Buch etwas zu kalt.
          Sicherlich muss das Buch irgendwann fertig werden. Ich mag als Leser lieber die Bücher von den Autoren, die sich etwas länger Zeit lassen. Moers hat für sein neues Buch auch ein paar Jahre gebraucht und es ist nicht das, was eigentlich als nächstes rauskommen sollte.
          Man spürt, woran sie so lange gearbeitet haben.
          Ich gehöre auch zu denjenigen, die, wenn sich eine Masche zu oft wiederholt, einem Autoren untreu werden. Ich mag Kaminer, aber der wiederholt sich eben zu oft. Oder, oder, oder. Ich halte die Zahl der Hardcorefans für gering.

          Auch scheinen Serien das Risiko einzudämmen, ein Restrisiko bleibt bestehen. Doch halte ich das Thema für interesant, man will ja nicht irgendwann im 10 000 Verkäufe-Ghetto landen.

          • Es gibt aber nun einmal verschieden Sparten von Literatur. Die Autoren, die du aufzählst, gehören ja in die Abteilung Literatur. Da hat das Publikum eine ganz andere Erwartungshaltung, die du ja ganz gut beschreibst, und fiebert auch nicht unbedingt der nächsten Neuerscheinung entgegen.

          • Ich glaube auch, dass auch bei Genreromanen die Leute irgendwann die Lust verlieren. Moers ist auch ein Genreroman, nämlich Fantasy.

    • Wenn wir Themen für Folgen zur Arbeit am Text hätten, zu denen wir viel zu sagen hätten, würden wir sie machen. Größtenteils arbeiten wir außerdem zur Zeit Themen ab, die an uns herangetragen worden sind.

      • Lustig, ich hatte letztens auch gedacht, dass ich mal wieder eine Folge zum Schreibhandwerk sehen wollen würde. Ein bestimmtes Thema ist mir aber gar nicht eingefallen 😀 Also macht mal so weiter 🙂 Vielleicht fällt einem Zuschauer ja noch was ein 😉

  2. Zusammen schreiben würde sich auch anbieten, wenn man einen Roman mit mehreren parallelen Erzählsträngen hat, jeweils aus der Sicht eines der Protagonisten. Auf diese Weise hat jede Perspektivfigur ihren eigenen Stil, weil sie nicht vom selben Autor stammen.

  3. Liebe Schreibdilettanten,
    Ich bin schon seit einiger Zeit ein stiller Zuhörer und möchte nun auch mal meinen Senf zur Folge dazu geben:

    Wie ihr ja auch schon erwähnt habt, kann es unheimlich helfen, beim Brainstorming und plotten einen Partner dabei zu haben, mit dem man sich gegenseitig die Bälle zuspielen kann.
    Wenn es aber ans eigentliche schreiben geht, möchte ich mit meinen Figuren erstmal „allein“ sein und mir von niemandem „drin rumrühren“ lassen.

    Wenn dann ein Entwurf zu Papier gebracht ist, einen Testleser drauf schauen lassen ist irgendwie was anderes.
    Also bin ich auch eher für alleine schreiben und ab und zu unter die Arme greifen lassen.

    Sieht man ja auch bei Rowling: Harry Potter- Top! The Cursed Child-Flop!

    Dann sagt ihr ja immer, wir sollen euch Vorschläge für Folgen in den Kommentaren da lassen:
    -Besonders gerne mag ich eure Brainstorming-Folgen. Wie wäre es mal mit was historischem?

    -ich weiß, dass es zu Dialogen schon Folgen gab, aber ich habe immer das Problem, dass meine Dialoge etwas unnatürlich und irgendwie gestellt wirken. Marcus hatte ja mal erwähnt, dass ihm Dialoge recht leicht fallen. Ich würde mir ein paar Tips wünschen, wie ich meine Dialoge spritziger und natürlicher hinbekomme.

    -vielleicht habe ja nur ich das Problem und alle halten mich für blöd, aber ich habe große Schwierigkeiten, mich auf das Geschlecht meines Protagonisten festzulegen: wähle ich eine Frau, habe ich das Gefühl, ich rutsche sehr schnell in die Mary-Sue/Lara Croft Schiene rutsche, also recht langweilig und flach …
    Und wenn ich einen männlichen Protagonisten habe, dann wirds Harry Potter 2.0 (also irgendwie komplett gekupfert) oder ein Macho, also auch nicht unbedingt ne interessante Figur … gibts da irgendwelche Tipps, wie ich diese Klischee-Fallen umschiffen kann?
    Mit den Nebenfiguren habe ich diese Probleme irgendwie nicht so krass …

    Und zu guter Letzt noch eine Frage, die nicht unmittelbar mit dem Schreiben zu tun hat: Werdet ihr dieses Jahr auf der Leipziger Buchmesse sein?

    Liebe Grüße
    Reiki

    • Schön, dass du dich meldest, Reiki. 🙂

      Ich freue mich auch sehr über den Vorschläge. Axel und ich machen auch gerne Brainstorming-Folgen. Aber uns sind so ein bisschen die Genres ausgegangen. Da hatten wir irgendwie schon alles. Historische Romane sind nicht unbedingt unser Vorgarten.

      Dialoge haben wir auch schon mehrmals gemacht. Die letzte Reloaded-Folge ist da gar nicht so lange her: http://www.dieschreibdilettanten.de/dialoge-reloaded/ Vielleicht fällt uns was zu dem von dir gewünschten Schwerpunkt ein, mal schauen.

      Geschlecht der Hauptfigur? Spannendes Thema. Ich glaube, so hatten wir das auch noch nicht. Das könnte was werden. Müssen Axel und ich mal besprechen.

      Axel ist auf der Buchmesse. Ich schaffe das dieses Jahr leider nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.